Es soll ein Welpe werden?

Ihr seid euch sicher, dass es ein Australian Shepherd Welpe werden soll? Oder zweifelt ihr noch? Dann lest euch am Besten den folgenden Text gut durch:

Wenn ihr euch einen Welpen beim Züchter aussucht, habt ihr im besten Falle schon viele Fotos und Videos (so ist es bei uns) von eurem Welpen bekommen. Ihr habt die Entwicklung vom ersten Tag an verfolgt und euren Welpen auch schon einige Male besucht. Der Züchter hat euch erzählt, wie euer Welpe sich verhält und euch womöglich noch mit auf den Weg gegeben, auf was ihr bei eurem Welpen achten sollt. Natürlich habt ihr vorher Bücher gelesen. Und dann kommt er, der lang ersehnte Tag der Abholung. Die ganze Familie freut sich bereits auf das neue Familienmitglied.

Also wird nach Hause gefahren, den Welpen auf dem Schoß. Meistens wird kurz gejammert, dann wird eingeschalfen. Zuhause zeigt man dem Welpen den Garten oder Löseplatz und dann gehts ins Haus.

In den ersten Nächten wird der Welpe jammern, ihr seid euch unsicher, ob er vielleicht raus muss, also steht man häufiger auf als man müsste. Das macht natürlich müde. Am nächsten Tag wird die Wohnung erkundet, und mit den neuen Spielsachen gespielt. Es passieren ein paar Unfälle im Haus. Es ist schwer, den Welpen zu ignorieren, oder ihr habt Kinder, die total aufgeregt sind. Die Schwester kommt, oder die Eltern, weil jeder den Welpen kennen lernen will. Ihr seid überrascht, wenn der Welpe nicht alle freudig begrüßt, oder sich ggf. sogar verzieht. Der 1. Spaziergang soll stattfinden. Euer Welpe mag das Geschirr aber nicht, und selbst laufen auch nicht. Weil er nicht genug Schlaf hatte, kneift er aus Übermut in Hände, statt ins Spielzeug, oder springt an euch hoch und erwischt sogar die Nase. Die zweite Nacht kommt, und ist wenig besser. Die Müdigkeit wird größer.

Plötzlich stellt ihr fest, dass alles viel weniger romantisch ist, als es doch sein sollte. Nichts klappt so richtig. Derweil sah beim Züchter alles so harmonisch aus, die Welpen haben dort die Toiletten genutzt, und dann die vielen Kuschelfotos und Videos… Sie hatten dort aber ihre Geschwister, die Mutterhündin, Routine und Sicherheit – ihre absolute Komfortzone. 

Stellt euch vor, ihr kommt in ein neues Land und sprecht diese Sprache nicht. Ihr kennt die Gebräuche und Sitten nicht. Viele Menschen scharen sich um euch, und jeder will euch anfassen. Dann kommt der Stress. Stress äußert sich bei jedem anders. Der eine Welpe hat nur reduziert Hunger, während der nächste einige Tage Durchfall bekommt. Wiederum ein anderer neigt zum um sich schnappen oder wirkt, als hätte er Depressionen.

Was könnt ihr also tun, um den Stress zu reduzieren und die Eingewöhnung so harmonisch wie möglich zu gestalten?

  • die Eingewöhnung eines Welpen dauert ca. 4 Wochen… 4 WOCHEN! Keine 3 Tage. Es dauert, bis sich der Welpe im neuen Zuhause wohlfühlt.
  • Wartet eine Woche bis ihr Besuch einladet und reduziert in der ersten Woche eure Pläne auf ein Minimum
  • Stellt das Futter mindestes 14 Tage NICHT um. Es ist sowieso schon alles neu für den Hund. Eine Futterumstellung macht nur noch mehr Probleme.
  • Habt ihr dann Besuch, bittet ihn, sich auf den Boden zu setzen, und zu warten, bis euer Welpe kommt. Verhindert bitte, dass nach dem Welpen gegriffen wird.
  • Habt in der ersten Zeit stetige Routine
  • Seid vom 1. Tag an konsequent. Verbote sind Verbote. Heute „ja“, morgen „nein“ versteht ein Hund nicht.
  • Beschränkt den zugänglichen Bereich anfangs, so entsteht keine Überforderung.
  • Schraubt eure Erwartungshaltung was das Gassi angeht herunter. Tragt euren Welpen zur Wiese und zurück… Manchmal übt es sich Zuhause besser. Lasst das Geschirr dort an und ihn die Leine auch mal nachziehen. Übt dort, dass der Welpe euch folgt. Es ist ok, wenn die ersten Spaziergänge sehr lange dauern. Welpen brauchen Zeit ihre Umgebung zu erkunden.
  • Trainiert ihr mit euren Welpen, fördert das die Bindung. Ihr könnt nicht erwarten dass euer Welpe euch sofort als Familie ansieht.
  • Habt ihr Kinder, lasst Sie mit dem Welpen nicht alleine, und bitte gestattet dem Kind nicht, den Welpen herumzutragen. Es sind schließlich Lebewesen, keine Spielzeuge oder Spielgefährten.
  • Der Schlüssel ist Geduld und Training. Es braucht Zeit eine gemeinsame Sprache zu finden. Manchmal hilft es, sich in den Welpen hineinzuversetzen.
  • Und als letztes: Vergesst nie, wofür ein Aussie gezüchtet wurde! Sie stellen sich, wenn nötig auch einem 500kg Rind in den Weg, das Diskutieren haben Sie erfunden 😉

Es ist ok wenn Anfangs nicht alles klappt. Wenn man mal ratlos ist… Sucht euch einen Trainer! Oft hilft die Sicht von außen auf eine Situation. Sucht euch einen Trainer der auch nach Hause kommt.

Und fragt immer gerne bei eurem Züchter nach. Ein guter Züchter steht auch nach Abholung mit Rat und tat zur Seite.